Sanierungs- und Neubauprojekte erfordern Erfahrung, klare Prozesse sowie ein belastbares Netzwerk. Im Interview erläutert Hanna Scharmach, wie sie mit ihrem Team und langjährigen Partnern anspruchsvolle Bauvorhaben realisiert und warum professionelle Nachverdichtung heute eine zentrale Rolle für Wohnungsunternehmen spielt.
Frau Scharmach, wie verlief Ihr Weg in die Geschäftsführung von Hohental?
„Mit meiner Ausgangssituation des Abschlusses als Dipl.-Ing. Schwerpunkt Architektur lag mein Schwerpunkt in den ersten Jahren auf anspruchsvollen Innenarchitektur- und Umbauprojekten. Über eines dieser Projekte lernte ich Frank Illmann, den Gründer von Hohental, kennen. Aus der erfolgreichen Zusammenarbeit entwickelte sich eine langfristige, erfolgreiche Partnerschaft.
Im Laufe der Zeit folgten komplexere Projekte – zunächst Sanierungsmaßnahmen, später auch großvolumige Nachverdichtungen und Neubauten. Durch diese Aufgaben wuchs nicht nur der fachliche Verantwortungsbereich, sondern auch das Verständnis für strategische Unternehmensführung und Entwicklung.
2022 folgte aus der Konsequenz der vorherigen Jahre die Aufnahme in die Geschäftsführung. Während dieser Zeit fokussierte ich mich auf den Aufbau der Berliner Niederlassung sowie der strukturellen Weiterentwicklung unseres Leistungsportfolios.“
Wie ist Hohental in Berlin aufgestellt, damit Projekte reibungslos laufen?
„Unser Berliner Standort umfasst inzwischen rund 35 fest angestellte Mitarbeitende und 200 Partner.
Wir decken in der Hohental Gruppe sämtliche Kompetenzen in der Wertschöpfung der Immobilie ab. Als Bauunternehmen konzentrieren wir uns in der Hohental Gruppe auf drei zentrale Kernkompetenzen: die Generalunter- und -übernahme, die Sanierung sowie die Projektentwicklung. Unsere Stärke liegt traditionell in der Umsetzung von Bauprojekten. Ergänzt wird dieses Leistungsfeld durch ein eigenes Asset- und Property-Management sowie eine strategisch ausgerichtete Projektentwicklung. Dadurch können wir im Haus den gesamten Prozess von der Grundstücksentwicklung über die Realisierung bis hin zur Vermietung vollständig abdecken. Genau diese integrierte Aufstellung unterscheidet uns deutlich von vielen Marktteilnehmenden der Bauwirtschaft.
Besonders im Bereich der Sanierungen, die wir seit 2011 begleiten, zeigt sich deutlich, wie wichtig ein eingespieltes Netzwerk ist: Gewerke müssen exakt aufeinander abgestimmt sein, Abläufe transparent kommuniziert werden, und alle Beteiligten müssen jederzeit wissen, wann welcher Schritt ansteht. Ein gutes Property-Management bindet die Mieter von Anfang an ein, sodass wir Sanierungen auch im bewohnten Zustand effizient durchführen können.
Da die Anfragen von wohnungswirtschaftlichen Unternehmen stark zugenommen haben, haben wir unsere Strukturen konsequent auf diese Anforderungen ausgerichtet und bieten neben der reinen Bauumsetzung eine umfassende Dienstleistung im Kontext der Sanierungsaufgabe inklusive der Mieteransprache an. Das kommt bei den langjährigen Bestandshaltern gut an und wird als tatsächliche Entlastung bei der Bewältigung der gesetzlichen Sanierungsbedarfe angesehen.“
Was bewegt Wohnungsunternehmen aktuell dazu, verstärkt in die Sanierung ihrer Bestände zu investieren?
Unser
„Wir beobachten seit einiger Zeit einen deutlichen Anstieg an Anfragen von Bestandsunternehmen, die einen erfahrenen Generalübernehmer für Sanierungen suchen. Viele Immobilien wurden über Jahre hinweg nur punktuell modernisiert. Steigende Energie- und Betriebskosten, strengere ESG-Vorgaben sowie der Wunsch, drohende Wertverluste zu vermeiden, führen nun dazu, dass Sanierungen zunehmend als strategische Notwendigkeit betrachtet werden.
Wer heute in seine Bestände investiert, stärkt nicht nur die Wirtschaftlichkeit der Objekte, sondern auch die Zukunftsfähigkeit seines Portfolios.“
Sie haben sowohl Neubauten als auch Nachverdichtungen verantwortet. Worin liegen die größten Unterschiede – und was reizt Sie persönlich mehr?
„Unabhängig von der Größe eines Projekts – ob 50, 200 oder 300 Wohneinheiten – braucht es stets ein hohes Maß an Präzision, Teamarbeit und Leidenschaft. Größere Projekte ermöglichen oft effizientere Planungs- und Bauprozesse, doch die grundsätzlichen Herausforderungen bleiben identisch.
Was jedoch zunehmend anspruchsvoller wird, sind Rahmenbedingungen wie Anwohnerdialoge, Umwelt- und Artenschutzauflagen sowie Abstimmungen mit Behörden. All das erfordert eine konsequent professionelle Vorbereitung, Erfahrung und ein hohes Maß an Kommunikationsfähigkeit.
Gleichzeitig ist Wohnraum in vielen Städten dringend erforderlich. Wenn wir Menschen nicht in provisorischen Unterkünften am Stadtrand lassen wollen, müssen wir urbane Nachverdichtungen intelligent und verantwortungsvoll realisieren. Stadtentwicklung bedeutet auch gesellschaftliche Verantwortung. Unser Beitrag im Rahmen der Schaffung von Lebensräumen ist meine tägliche Motivation. Hier kommt auch die Architektin öfters mal wieder in mir hoch und will gestalten.“